Sachen gibt es. Ich habe den Blog heute durchgeschaut und wollte noch eine Anmerkung zu der folgenden Geschichte schreiben, konnte sie aber nirgends finden. Jetzt habe ich gemerkt, dass ich sie schon im September geschrieben habe, sie aber immer noch als Entwurf abgelegt war. Muss an meinem Alter liegen! Viel Spaß!
Im nördlichen Teil von Breckerfeld, im Ortsteil Waldbauer, liegt an der Straße nach Hagen der Flecken Zurstraße. (1).
Hier führte seit dem Mittelalter eine Handels- und Heerstraße entlang und in Zurstraße soll sich eine Herberge und Wirtshaus mit dem Namen "Krug" befunden haben.
Wo reiche Kaufleute reisen, sind auch Räuber nicht weit. Eines Nachts hörten die Bauern vom Krug aus lautes Hundegebell, Schreie und Kampflärm.
Es war klar, dass der Krug überfallen wurde, aber niemand traute sich hinaus. Mit den Räubern war nicht zu spaßen!
Erst am Morgen schauten die ängstlichen Bauern nach. Der Krug war abgebrannt. Die Kaufleute waren erschlagen. Überlebende wurden nicht gefunden.
Aber ein junger Mann, fast noch ein Kind, wurde vermisst. Seine weinende Mutter suchte ihn in den Trümmern, konnte ihn aber nirgends finden.
Die Jahre vergingen und der Krug wurde wieder aufgebaut. Die Frau war längst gestorben und die Kaufleute zogen immer noch über die alte Handelsstraße nach Dortmund und Halver und rasteten im Krug.
Aus ihren Erzählungen erfuhren die Breckerfelder auch, was in der Welt geschah und vor allen Dingen auch wie viel Ärger die Hanse im Norden mit den Piraten hatte. (2)
Ein Name fiel dabei immer wieder: Klaus Störtebeker. (3)
So verging die Zeit und eines Abend betrat ein riesiger, wettergegerbter Mann den Krug und bestellte etwas zu essen und zu trinken. Der Mann hatte einen guten Appetit und aß und trank schweigend. Als er satt war verlangte er den Bürgermeister zu sprechen.
Der Mann berichtete dann, dass der Seeräuber Störtebeker in Hamburg gefangen und hingerichtet wurde. Zuletzt stellte er einen Sack voll Gold auf den Tisch und händigten den Bürgermeister einen Brief aus. Es handelte sich dabei um den letzten Willen des berüchtigten Piraten.
Als Kind sei er von Räubern in Zurstraße entführt worden und schließlich Pirat geworden. Das Gold sei die damals gemachte Beute. Diese solle nun für den Bau einer Kirche verwendet werden. (4)
Die Kirche wurde gebaut und steht noch heute.
Anmerkungen:
1. Flecken ist die Bezeichnung für ein kleinen Ort von lokaler Bedeutung. Hier ein Mittelpunkt der umliegenden kleinen Dörfer und Höfe.
2. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Breckerfeld Mitglied der Hanse.
3. Klaus Störtebeker soll, sofern es ihn tatsächlich gab, von ca. 1360 bis 1401 gelebt haben. Breckerfeld war da allerdings noch keine Hansestadt.
4. Störtebekers Herkunft ist tatsächlich nicht eindeutig belegt. Wer weiß, wer weiß!
5. Zwischen 1390 bis 1430 wurde in Breckerfeld die St.Jakobus-Kirche gebaut. Diese ist vermutlich gemeint.