Donnerstag, 11. Dezember 2025

Das Kaffeeexperiment

Ja ja, ich weiß! Ich bin faul. Mehr als ein Monat ist seit meiner letzten Geschichte vergangen. 

Das kam mir aber gar nicht so lange vor. Heute Morgen habe ich dann schuldbewusst über eine neue Story nachgedacht. Und weil ich gerade an meiner zweiten Tasse Kaffee nippte fiel mir das schwedische Kaffeeexperiment ein. 

Also gibt es heute eine Anekdote aus dem Leben des schwedischen Königs Gustav III. (*24.01.1746 - gest. 29.03.1792)  , der im übrigen keinen Kaffee mochte und ihn für ein tödliches Gift hielt.

Um das zu beweisen begnadigte Gustav zwei Brüder, bei denen es sich um eineiige Zwillinge handelte, und die zum Tode verurteilt waren, zu lebenslangen Freiheitsstrafen.

Die Bedingung: Einer der Brüder musste jeden Tag drei Kannen Kaffee, der andere drei Kannen Tee trinken.

Dabei wurden sie von zwei Ärzten überwacht. 

Wie das Experiment ausging?

Zuerst starben die beiden Ärzte. 

Dann der König. Er wurde während eines Maskenballs an der Stockholmer Oper am 29. März 1792 erschossen. 

Schließlich starb der Teetrinker im Alter von 83 Jahren. 

Und der Kaffeetrinker? 

Na, wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute. 


Samstag, 1. November 2025

Halloween 2025





Kleine Slide-Show zu meinen diesjährigen Halloween-Spaziergang mit Bildern aus der Nachbarschaft. 


Freitag, 31. Oktober 2025

Halloween

 

Bei uns sind heute Abend auch mal wieder die Hexen los. Zombies, Geister und weitere Spukgestalten natürlich auch!

Das Haus ist dekoriert, im Garten ist Party, es wird gegrillt, die Kleinen bekommen Süßes und die Großen Glühwein. 

Dem Genörgel der Miesepeter, die uns vorwerfen, jeden Mist aus Amerika zu übernehmen halte ich entgegen, dass dieser Partybrauch nicht aus Amerika, sondern aus Irland stammt. 




Und was soll nun diese Sache mit den Kürbissen?
Nun, das geht auf einen Schurken mit dem Namen Jack Oldfield zurück. 
Der war nicht nur geizig, sondern auch dem übermäßigen Alkoholgenuss zugeneigt. 
Eines Tages, es war der Abend vor Allerheiligen saß Jack mal wieder gut abgefüllt in der Dorfkneipe, als plötzlich der Teufel neben ihn stand um ihn zu holen. 
Jack versprach dem Teufel gleich seine Seele, wenn dieser ihm nur einen letzten Drink ausgeben würde. Das klappte nicht so richtig, weil der Teufel kein Bargeld mitführte.
Jack wusste aber Rat und der Teufel verwandelte sich in eine Six-Pence-Münze, mit welcher er den Wirt bezahlen sollte. 
Jack schnappte sich aber schnell die Münze und steckte sie in seinen Geldbeutel in dem sich zu Teufels Ärger auch noch ein Silberkreuz befand, welches zuverlässig verhinderte, dass dieser sich zurück verwandeln konnte. 
Nachdem der Höllenfürst eine Zeitlang geschmort hatte, bot Jack ihm einen Handel an:
Er lässt den Teufel frei und im Gegenzug solle Jacks Seele noch zehn Jahre frei sein. 
10 Jahre später tauchte der Teufel wieder auf und Jack bat diesmal als letzten Wunsch um einen Apfel. Der Teufel kletterte daraufhin auf einen Baum um den Apfel zu holen, während Jack in aller Seelenruhe mit seinen Messer ein Kreuz in den Stamm schnitzte. Wieder war der Teufel gefangen. 
Diesmal handelte er aus, dass der Teufel seine Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe lassen solle. 
Viele Jahre später starb Jack schließlich und bat darum in den Himmel gelassen zu werden. Da er aber wie erwähnt nicht gerade ein frommer Mann gewesen war, wurde ihm der Einlass verwehrt und er zog vor die Höllenpforten. 
Hier durfte er allerdings auch nicht hinein. Der Teufel hatte schließlich versprochen, die Klauen von seiner Seele zu lassen und scheuchte ihn deshalb weg. Weil es aber kalt und windig war, schenkte er Jack eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer. Jack steckte die Kohle in eine ausgehölte Rübe und startete seine Karriere als Spukgestalt, die immer am Abend vor Allerheiligen durch die Lande zieht. 
Daher stammt der Glaube, dass ein Stück brennende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe, heute nimmt man einen Kürbis, den Teufel und böse Geister fernhalten könne. 


Und nun wünsche ich euch allen einen schönen Abend mit viel Süßem und wenig Saurem! 

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Fragenkatalog

Heute gibt es keine kleine Geschichte, sondern ich beantworte ein paar Fragen, die mir zwischenzeitlich persönlich gestellt wurden.  


Schreibst du noch mal etwas über Donald Trump?

Nein, das war ein einmaliger "Ausrutscher"! Wie viele andere auch, halte ich Donald Trump für psychisch krank und vermute, dass er unter Demenz leidet. Wenn man seine Live-Auftritte so anschaut, stellt man fest, dass viele seiner Aussagen verworren klingen und keinen Sinn ergeben. Weiterhin wirkt er, wie z.B. gestern in Japan, oft orientierungslos. 

Das ergibt zwar genug Stoff für viele Storys, aber ich finde den Typen nicht wirklich witzig. 



Warum hat man Wilhelm Voigt den Hauptmann abgenommen, obwohl seine Uniform fehlerhaft war?

Weil er in Köpenick mit echten Soldaten auftrat. Aus Sicht der Köpenicker und des  Bürgermeisters musste der Hauptmann deshalb auch echt sein. Er hatte ja Leute unter seinem Kommando.

Die Soldaten hätten bemerken müssen, dass da was nicht stimmt, z.B. Mütze statt Helm, aber was soll ein Gefreiter denn sagen?

"Verzeihung Herr Hauptmann! Sie sind ein Schlunz! Ziehen sie sich erstmal ordentlich an!" 

Voigt sagte später, dass er den Gefreiten widergetroffen hätte. Dieser soll ihm gesagt haben, das er schon Angst gehabt habe dass er degradiert würde, weil er es versäumt hatte zu grüßen.

Wie soll er sich da noch trauen eine Legitimation zu verlangen?  


Kommen noch weitere Artikel über Schusswaffen?

Ja, nein, vielleicht, weiß nicht! Das soll hier kein Waffenblog werden. Die ein oder andere Beschreibung oder Anmerkung werde ich aber bestimmt mal einstreuen. Ich habe z.B. mal über einen Beitrag zum Buntline Special nachgedacht. Ich werde dann aber versuchen nicht zu technisch zu werden. 


Wirst du viel über den Wilden Westen schreiben?

Da wird auf jeden Fall ab und zu eine kleine Geschichte kommen, Ich habe mich immer sehr für amerikanische Geschichte interessiert und jahrelang eine entsprechende Fachzeitschrift abonniert. Aber keine Sorge. Ein reiner Wild West Blog wird das hier nicht. 


Schreibst du auch einmal etwas über Piraten?

Ja, da wird es in Kürze eine Sage aus dem hiesigen Bereich geben und ein Beitrag über die Piraten der Karibik ist auch geplant. 


Kommt bald mal wieder eine Sage aus dem Ruhrgebiet?

Ja! 😉



Das war es erst mal!

Solltet ihr noch Fragen oder Anmerkungen haben, schreibt sie mir ruhig in die Kommentare.

Samstag, 18. Oktober 2025

Mach mir keine Fisimatenten!


"Mach mir ma keine Fismatenten!" Diesen Satz bekam in früheren Jahrzehnten, heute ist er leicht aus der Mode gekommen, so manche pubertierende junge Ruhrpottdame von ihrer Mutter bei Verlassen der Wohnung hinterher gerufen.

Gemeint ist und war damit, dass sie keinen Unsinn machen soll! Ich speziellen Fällen auch, dass sie gefälligst ihre Keuschheit zu bewahren hat.

Was soll das eigentlich sein diese "Fisimatenten"? Der Legende nach soll es aus dem Französischen stammen und eine Verballhornung von "Visitez ma tente!" (Besuchen sie mein  Zelt!) sein. Mit diesem Satz sollen Franzosen, die hier gelegentlich ungebeten zu Gast waren, etwa während der napoleonischen Kriege, oder der Besetzung des Ruhrgebietes, versucht haben die Ruhrpottmädels in ihr Nachtlager zu locken. 

Gefällt mir! Klingt plausibel! Passt aber leider nicht so ganz. Das Wort ist viel älter und geht möglicherweise auf das frühneuhochdeutsche Wort "Fisiment" zurück. Dieses bezeichnet einem bedeutungslosen (unsinnigen) Zierrat auf dem Wappenschild.

Na dann....! Die erste Erklärung gefiel mir trotzdem besser. 

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Wer war Etta Place?

Der heutige Beitrag nimmt Bezug auf meinen  Artikel: Das Ende von Butch Cassidy.


Also wer war Etta Place, die sich auch Ethel Place nannte?

Der Forscher Larry Pointer, Autor des 1977 erschienenen Buches „In Search of Butch Cassidy“, schrieb, dass Places Identität und Schicksal „eines der faszinierendsten Rätsel der westlichen Geschichte sind. Hinweise entwickeln sich, nur um sich dann in Unklarheit aufzulösen.“ (1) 

Ähnlich wie bei "Butch Cassidy" oder "Sundance Kid" dürfte Etta Place nicht ihr richtiger Name, sondern eher ein Alias gewesen sein. 

Wie Etta Place aussah, wissen wir. Sie ist auf mehreren Bildern zu sehen. Unter anderen das bekannteste Bild, das sie gemeinsam mit Sundance Kid zeigt. Es soll 1901 von dem Fotografen De Young kurz nach der Hochzeit mit Harry Longabaugh, alias Sundance Kid aufgenommen worden sein.

Ein weiteres Bild zeigt sie mit Sundance Kid und Butch Cassidy vor ihrer Ranch in Argentinien.

Die Pinkerton Agentur, die im Auftrag der Bahngesellschaften nach der Bande und somit auch nach Etta Place fahndete, beschrieb sie als "klassisch gutaussehend, 27-28 Jahre alt, 163 - 165 cm groß, ca. 50-52 kg schwer, von mittlerer Statur, mit braunem Haar". 

Bei dem Namen war sich auch Pinkerton nicht ganz sicher. Auf den Steckbriefen, wurde sie "Etta", "Ethel", "Ethal" oder auch "Eva" genannt.

 




Ob Harry Longabaugh und Etta Place tatsächlich geheiratet haben ist nicht belegbar. Eine Heiratsurkunde existiert nicht.
Im deutschen Wikipedia-Artikel zu Butch Cassidy ist angegeben, dass sie Lehrerin war, 1907 in die USA zurückkehrte und dort an Krebs starb. (2)
Das ist aber mal wieder mehr als fraglich. Tatsächlich gilt Etta Place als vermisst. Wann  und woran sie starb ist nicht bekannt. 
Woher die beiden sich kannten ist ebenfalls nicht bekannt. 
Einige Theorien besagen, dass Etta Place eine Prostituierte war. Sundance Kid und die Wild Bunch-Gang besuchte häufig texanische Bordelle, Bei einen dieser Besuche könnte sie der Bande zum ersten Mal begegnet sein. In Frage kommen könnte hier Fannie Porters Bordell in San Antonio.
Porter führte ein nobleres Haus und bot ihre Mädchen gut zahlenden Kunden, darunter auch Gesetzlosen mit viel Geld an. 
Fannie Porters Bordell war einer der Treffpunkte für die Gang, nachdem sie von den Tatorten verschiedener Zugüberfälle und Raubüberfälle geflohen war.

Lehrerin oder Prostituierte oder beides nicht?
Nach einer weiteren Vermutung könnte es sich bei Etta Place um die Viehdiebin Ann Basset (1878-1956) gehandelt haben. Ann Basset sah Etta Place sehr ähnlich. Gesichtszüge, Körperbau und Haarfarbe sollen übereingestimmt haben. 
Anhand von Fotos beider Personen führte Dr. Thomas G. Kyle von der Computer Research Group des Los Alamos National Laboratory, phänotypische Vergleiche durch. Dr. Kyle kam zu dem Schluss, dass es keinen vernünftigen Zweifel daran geben könne, dass sie dieselbe Person seien. (3)
Als ehemaliger Kriminalist muss ich da anmerken, dass eine derartige Untersuchung hohe Anforderungen an das Vergleichsmaterial, hier die Bilder, stellt  und ein Gutachten mit 100 % Sicherheit bei dem fast 120 Jahre alten Bildmaterial vermutlich gar nicht möglich wäre. 
Das sich ein Gutachter so weit aus dem Fenster lehnt ist z.B. in Deutschland nicht üblich. 
Dr. Kyle purzelt deshalb auch aus selbigen. Ann Basset kann eigentlich nicht Etta Place sein, weil sie 1903 in Utah wegen Viehdiebstahls verhaftet wurde, während Etta Place nachweislich in Argentinien war. 


Auch Eunice Gray stand eine Zeitlang in Verdacht Etta Place gewesen zu sein. Eunice Gray betrieb jahrelang ein Bordell in Fort Worth. und betrieb später dort das Waco Hotel. Sie starb 1962 dort bei einem Brand. 
Die Annahme, dass sie Etta Place sei, basierte darauf, dass sie einen Reporter der "Fort Worth Press" einmal erzählte, dass sie die Stadt mal eine Zeitlang verlassen musste und in dieser Zeit in Südamerika war. Eunice Gray hatte nie behauptet, dass sie Etta Place sei. Es handelte sich lediglich um eine Vermutung des Reporters. 
Tatsächlich fuhr Eunice Gray erst 1911 nach Panama. Bilder belegen, dass sie eindeutig nicht Etta Place war. 

Die nächste Verdächtige und meine eindeutige Favoritin wäre Ethel Bishop. Diese arbeitete in dem Bordell von Madame Porter in San Antonio. Bei der Volkszählung von 1900 wurde ihr Beruf als "arbeitslose Musiklehrerin" angegeben. Sie wurde im September 1876 in West Virginia geboren. Die Angabe sie sei Lehrerin gewesen trifft auf sie genau so zu, wie die Behauptung, dass sie Prostituierte war. 

Und nun? 
Eine Variante hätte ich noch. Um Pinkerton in die Irre zu führen ließ sich Sundance Kid mit Ann Basset fotografieren. Etta Place wurde erfunden. Es gab sie gar nicht. Und Pinkerton suchte fleißig nach zwei Desperados in Begleitung einer schönen Frau. Dr. Kyle hätte doch recht und das spurlose Verschwinden von Etta wäre geklärt. 
Eine schöne Verschwörungstheorie die so vieles erklärt. Nur nicht das Bild und die Zeugenaussagen aus Südamerika. 

Letzte Spuren: 1907 soll sie noch in San Franzisko gelebt haben. Danach verschwand sie spurlos. 1909 tauchte eine Frau, auf die Ettas Beschreibung zutraf, in Chile bei dem US-Vizekonsul Frank Aller auf und bat um Hilfe bei der Beschaffung einer Sterbeurkunde für Harry Longabaugh. Die Identität der Frau wurde nie festgestellt und die Urkunde nie ausgestellt. 

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(1) Pointer, Larry (1977). In Search of Butch Cassidy, University of Oklahoma Press. 

(2 ) Als Quelle ist in Wikipedia angegeben:  Luis Sepulveda, Daniel Mordzinski: Dernières nouvelles du Sud. Éditions Métailé, Paris 2012, S. 96 ff.

(3) Reeve W. Paul "Just who was the Outlaw Queen Etta Place?"  Utah History to Go. History Blazer. Archived from the original on 21 June 2011. Retrieved 17 January 2019.

Freitag, 3. Oktober 2025

Die Zebrakutsche

 


Heute Abend stieß ich auf das obige Bild. Es zeigt eine Pferdekutsche, vor die vier Zebras als Zugpferde gespannt sind. 
Zebras sind als Reit- oder Zugtiere eigentlich nicht geeignet, was nicht nur an ihren wilden Temperament liegt, sondern auch daran, dass ihr Rücken nicht so belastbar ist, wie der eines Pferdes. 
Zudem verhalten sich Zebras Menschen gegenüber häufig aggressiv.
Trotzdem sieht man hin und wieder mal ein Bild, auf dem ein Zebra als Reittier zu sehen ist. 
Man könnte also leicht glauben, dass das Bild ein Fake ist. Ist es aber nicht.
Das Esel-Gespann gehörte dem Bankier Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild. 
Walter Rothschild wurde am 8.Februar 1866 in London geboren und starb am 27.August 1937 in Tring.
Er war nicht nur reich, wie man sich denken kann, sondern auch Zoologe.
Walter Rothschild betrieb in der Nähe seines Landhauses ein eigenes zoologisches Museum und besaß eine der größten naturkundlichen Sammlungen der Welt. 
Die Kutsche gab es tatsächlich. Die Zebras hatte er angeblich selbst gezähmt. 
Das Bild könnte aus dem aus dem Jahr 1898 stammen und bei meiner Recherche heute, habe ich noch ein paar ähnliche gefunden. 
Rothschild hat sich mit seinen Zebras anscheinend viel Mühe gegeben.