Dieses historische Foto zeigt Mitglieder der Sioux-Delegation von 1877 zusammen mit Vertretern der US-Regierung.
Donnerstag, 30. April 2026
Der Wilde Westen und die KI
Dieses historische Foto zeigt Mitglieder der Sioux-Delegation von 1877 zusammen mit Vertretern der US-Regierung.
Mittwoch, 15. Oktober 2025
Wer war Etta Place?
Der heutige Beitrag nimmt Bezug auf meinen Artikel: Das Ende von Butch Cassidy.
Also wer war Etta Place, die sich auch Ethel Place nannte?
Der Forscher Larry Pointer, Autor des 1977 erschienenen Buches „In Search of Butch Cassidy“, schrieb, dass Places Identität und Schicksal „eines der faszinierendsten Rätsel der westlichen Geschichte sind. Hinweise entwickeln sich, nur um sich dann in Unklarheit aufzulösen.“ (1)
Ähnlich wie bei "Butch Cassidy" oder "Sundance Kid" dürfte Etta Place nicht ihr richtiger Name, sondern eher ein Alias gewesen sein.
Wie Etta Place aussah, wissen wir. Sie ist auf mehreren Bildern zu sehen. Unter anderen das bekannteste Bild, das sie gemeinsam mit Sundance Kid zeigt. Es soll 1901 von dem Fotografen De Young kurz nach der Hochzeit mit Harry Longabaugh, alias Sundance Kid aufgenommen worden sein.
Ein weiteres Bild zeigt sie mit Sundance Kid und Butch Cassidy vor ihrer Ranch in Argentinien.
Die Pinkerton Agentur, die im Auftrag der Bahngesellschaften nach der Bande und somit auch nach Etta Place fahndete, beschrieb sie als "klassisch gutaussehend, 27-28 Jahre alt, 163 - 165 cm groß, ca. 50-52 kg schwer, von mittlerer Statur, mit braunem Haar".
Bei dem Namen war sich auch Pinkerton nicht ganz sicher. Auf den Steckbriefen, wurde sie "Etta", "Ethel", "Ethal" oder auch "Eva" genannt.
Im deutschen Wikipedia-Artikel zu Butch Cassidy ist angegeben, dass sie Lehrerin war, 1907 in die USA zurückkehrte und dort an Krebs starb. (2)
Das ist aber mal wieder mehr als fraglich. Tatsächlich gilt Etta Place als vermisst. Wann und woran sie starb ist nicht bekannt.
(1) Pointer, Larry (1977). In Search of Butch Cassidy, University of Oklahoma Press.
(2 ) Als Quelle ist in Wikipedia angegeben: Luis Sepulveda, Daniel Mordzinski: Dernières nouvelles du Sud. Éditions Métailé, Paris 2012, S. 96 ff.
(3) Reeve W. Paul "Just who was the Outlaw Queen Etta Place?" Utah History to Go. History Blazer. Archived from the original on 21 June 2011. Retrieved 17 January 2019.
Mittwoch, 24. September 2025
Butch Cassidys Ende
Meine Bini schaut mal wieder eine grässliche Familien-Western-Serie, ich versuche dabei zu lesen, schaue hin und wieder einmal hoch und mache eine klugscheißerische Bemerkung.
Als einer der Darsteller verkündet, dass er nach Bolivien gehen will, merke ich z.B. an, dass er Butch Cassidy grüßen soll.
OK, der Spruch war jetzt leicht daneben. In der Serie kommt als Bösewicht auch George Armstrong Custer vor. Die Serie muss also vor 1876 spielen. Da war Butch Cassidy gerade mal 10 Jahre alt und an sein angebliches Ende in Bolivien noch nicht zu denken.
Ich habe mich hier ja neulich schon als Wildwest-Fan geoutet und auch schon zugegeben, dass ich sehr gerne Filme schaue.
Die beiden Revolvermänner und Bankräuber Butch Cassidy und Sundance Kid kennen Westernfreunde z.B. aus dem Film "Zwei Banditen".
Falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, dann schaut ihn euch mal an, bevor ich euch hier kräftig spoiler!
Hier erst einmal ein Foto, dass unter dem Namen "The Fort Worth Five" bekannt ist und beide Outlaws mit Mitgliedern ihrer Bande "The Wild Bunch" zeigt.
Sundance Kid ist vorne links und Butch Cassidy vorne rechts zu sehen. In der Mitte sitzt Benjamin Kilpatrick und hinten stehen William Carver und Harvey Logan.
Über das Foto, dass im Studio des Fotografen John Swartz in Fort Worth, Texas, aufgenommen wurde, freute sich auch die Pinkerton Agency, die es für die Fahndung nach der Bande nutzte.
Der "Wilde Westen", den wir heute aus Filmen und Romanen kennen, umfasste zeitlich den Rahmen vom Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges im Jahr 1865, bis zum Ende der Indianerkriege im Jahr 1890, also einem Zeitraum von gerade mal 25 Jahren. Danach war die Pionierzeit beendet. Die Zeit des Wilden Westens ging langsam zu Ende.
Kurz nach Beginn dieses Zeitraums wurde Butch Cassidy am 13. April 1866, als Robert Leroy Parker, in Utah geboren. Wie sich das im Wilden Westen gehört, soll er seine Outlaw-Karriere wohl als Viehdieb begonnen haben.
Etwa 1884 änderte er seinen Namen in Butch Cassidy.
Seinen ersten Raubüberfall beging er 1889 in Telluride, Colorado, wo er mit seiner Bande die San Miguel Valley Bank überfiel.
Harry Alonzo Longabaugh wurde 1867 in Pennsylvania geboren.Samstag, 13. September 2025
Bärentöter, Henrystutzen und Silberbüchse
Seit frühester Kindheit, also sobald ich lesen konnte, war ich ein Fan von Wildwest-Romanen. Von denen hatten wir immer einen kleinen Stapel in Heftform im Haus. Die wurden nach dem Lesen, auch immer gleich stapelweise mit Nachbarn und Arbeitskollegen gegen Nachschub getauscht.
Von meiner Großmutter bekam ich dann zu Weihnachten mein erstes Karl May Buch, Winnetou 1, geschenkt.
Ich war begeistert und bekam daraufhin von Oma jedes Jahr zu Weihnachten ein weiteres Werk von Karl May.
Irgendwann merkte mein Vater mal an, dass Karl May die Länder über die er schrieb nie besucht hätte.
Abgesehen davon, dass diese Behauptung nicht ganz richtig war, verstand ich irgendwie nie, warum das wichtig sein sollte. Walter Ernsting (Clark Darlton) und Karl-Herbert Scheer waren schließlich auch nie im Weltraum und schrieben trotzdem Science-Fiction. (Ich las damals nicht nur Western.).
Später erfuhr ich dann, dass Karl May zu seiner Zeit ein riesiger Hochstapler war.
Während wir heute seine Bücher als Romane ansehen, stellte May sie damals als echte Reiseberichte und sich selbst als Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi dar.
Damals wie heute galt: "Zeig uns Pics sonst glauben wir nix!" Er zeigte sich deshalb auch im passenden Outfit. Es gab Postkarten und die passenden Gewehre mussten natürlich auch her.
Als Old Shatterhand brauchte er da den gewaltigen Bärentöter und für die überlegende Feuerkraft den Henrystutzen. Sein Blutsbruder Winnetou hatte nur ein Gewehr, die Silberbüchse. Nach Winnetous traurigen Ableben in Winnetou 3, erbte er dann auch die Büchse und mit ihr auch alle Apachenstämme.
Die Waffen ließ Karl May dann, um sein Cosplay zu vervollständigen, tatsächlich anfertigen.
Über diese Waffen möchte ich heute dann ein wenig erzählen und beginne mit dem Monster, dem Bärentöter.
"Der Bärentöter ist ein doppelt Vorderlader mit 2löthigen Kugeln. Treffsicherheit 1.800 Meter, Gewicht 20 alte Pfund; es gehört also ein sehr kräftiger Mann dazu. Verfertigt von der berühmten Firma M. Flirr. San Francisco. Es ist das einzige Gewehr seiner Art."Stutzen ist die deutsche Bezeichnung für ein kurzes handliches Jagdgewehr, das bevorzugt für die Pirschjagd eingesetzt wird.
Der kurze Lauf hat natürlich bei der Verwendung von großen Patronen ein paar Nachteile, wie z.B. ein großes Mündungsfeuer bei größeren Gewehrkalibern. In Stutzen werden deshalb gewöhnlich kleinere Patronen verwendet.
Unser Old Shatterhand verwendet einen "Stutzen" des Erfinders Henry.
Benjamin Tyler Henry arbeitete bei der NEW HAVEN ARMS Co. von Oliver Winchester. Die Gewehre, konstruiert als Unterhebelrepetierer wurden 1860 als Henry Rifle patentiert. Für das Gewehr wurde eine spezielle Patrone im Kaliber 44 Henry mit Randzündung entwickelt. Von denen passten 15 in das Röhrenmagazin. Mit einer Patrone im Lauf hatte man also 16 Schuss zur Verfügung.
In Serie ging die Waffe dann 1862. Insgesamt wurden 12.800 Stück hergestellt. Der Nachfolger war dann die Winchester 1866.
Also gar nicht mal so selten diese Waffe.
May hatte von der Henry Rifle vermutlich schon mal gehört, aber ansonsten von dieser Waffe keine erkennbare Ahnung. Dafür hatte er Fantasie.
Old Shatterhand bekommt seinen Henrystutzen direkt vom Büchsenmacher Henry. Das Gewehr ist natürlich extrem selten, beinahe ein Einzelstück. Zum Kaliber schweigt er sich aus, dafür gibt er die viel zu hohe Magazinkapazität von 25 Schuss an, was ihm dann eine überlegene Feuerkraft verleiht.
Zur Funktion der Waffe machte er widersprüchliche Angaben und beschrieb einen "Kugelverschluss", was auch immer das sein soll, statt einen Unterhebelrepetierer mit Röhrenmagazin.
Auf dem folgenden Bild, das Karl May im Old Shatterhand Outfit zeigt, verdeckt er vermutlich aus diesem Grund mit der linken Hand den Verschlusskasten. Daraus ergibt sich auch eine sehr merkwürdige Waffenhaltung.
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