Donnerstag, 28. August 2025

Barry Larry Terry und der Waschbär

 


Das City of Moulton Police Department fahndet nach Barry Larry Terry, dem der illegale Besitz eines wilden Waschbären und das Radfahren ohne Licht vorgeworfen wird. 

Kurz frage ich mich, wie die den Schurken jemals anklagen wollen, wenn die Generalstaatsanwaltschaft der USA es noch nicht einmal schafft einen Bürger vor eine Grand Jury zu zerren, der einen Bundesbeamten mit Butterbroten bewirft. 

Aber das ist eine andere Geschichte. 

Das City of Moulton Police Department liegt in Alabama, was die Geschichte schon fast glaubwürdig macht. Na ja, sie stimmt trotzdem nicht so richtig. 

Barry Larry Terry ist nach meinen kurzen Recherchen nämlich ein Scherz des Officers Russel Graham. 

Das Bild von Barry ist ein Fake, oder wie wie bei der Polizei in Deutschland sagten würden, eine virtuelle Person. Derartige Bilder werden z.B. bei Lichtbildvorlagen, der modernen Version der Gegenüberstellung,  benutzt. Die Bilder sehen häufig sehr, sagen wir mal witzig, aus. 

So auch das Bild  von "Barry".

Officer Graham hat sich deshalb einen Scherz erlaubt, das Bild zusammen mit echten Fahndungsbildern auf der Facebook-Seite des Departments gepostet und war ganz erstaunt, dass es in kürzester Zeit 6000 Mal geteilt wurde.

Mittlerweile wird auch schon auf anderen Plattformen, z.B. Tumblr,  nach dem angeblichen Waschbärenbesitzer gefahndet. 

Ich wette jetzt mal, dass Barry zu einer urbanen Legende werden wird. Und deshalb hat er jetzt auch hier seinen Platz gefunden. 

Donnerstag, 14. August 2025

Die verzauberte Zwiebel

Ich habe euch ja vor einiger Zeit bereits von der Speichenhexe, welche in Breckerfeld ihr Unwesen trieb erzählt. 

Die ungute Frau hatte es ja auf Fuhrleute abgesehen. Wer nun glaubt, dass man als Fußgänger nicht nur etwas für die Umwelt tut, sondern auch vor besagter Hexe sicher ist, dem kann ich die folgende Geschichte erzählen:

In Breckerfeld gibt es den Epscheider Bach, an dem die Epscheider Mühle liegt. Dort führt über den besagten Bach eine Brücke. 

Der Held unserer Geschichte, ein Schmied, hatte den Abend im Wirtshaus verbracht, den einen oder anderen Krug geleert und sich nun, so gegen Mitternacht auf dem Weg nach Hause gemacht. 

Dabei überquerte er auch, leicht torkelnd, die Brücke, wo er von einer alten Frau angesprochen wurde:

"Du isst doch bestimmt gerne Zwiebeln. Schau mal, was ich hier für schöne große Zwiebeln habe. Möchtest du eine haben?"

Dabei hielt sie ihm ein wirkliches Prachtexemplar von einer Zwiebel hin. Nun sollten einem Frauen, die um Mitternacht in abgelegenen Gegenden Zwiebeln verschenken, suspekt vorkommen, unser Schmied kam aber wie bereits erwähnt, wie man hier sagt "angeschickert" aus der Dorfkneipe. 

Dem schönen Gemüse konnte er deshalb nicht widerstehen und nahm es dankend entgegen. 

Sobald er zu Hause war, wollte er sich noch einen kleinen Mitternachtsimbiss gönnen, griff  sich ein Messer und schnitt die Zwiebel in der Mitte durch. 

Da entsprang den beiden Hälften eine Unzahl von Fröschen und Kröten. Der Schmied erschrak fast zu Tode, fluchte laut und warf die beiden Hälften weit fort in den Bach. 

Wütend fluchte und schimpfte er auf die Hexe, die er in der Ferne schallend lachen hörte. 


Ob das wohl unsere bereits bekannte Speichenhexe war?  

Montag, 4. August 2025

Der große König, Juristen und Roben

In der letzten Woche habe ich mir aufgrund einer Empfehlung den Film "Der große König" angeschaut. 

Hier sollte deshalb mal wieder, ähnlich wie beim Hauptmann von Köpenick, der erste Teil eines Mehrteilers stehen. 

Es ging um den preußischen König Friedrich II., also um den "Alten Fritz", oder Friedrich den Großen. 

Der Film beginnt mit der Schlacht bei Kunersdorf, also mit einer vernichtenden Niederlage der Preußen.

Und kurz darauf schaue ich auch schon nach, wann der Film eigentlich gedreht wurde. 

1942, im Auftrag von Goebbels. Also ein so genannter Durchhaltefilm. Ich halte auch durch bis zum Ende. Es ist mir aber wirklich schwer gefallen.

Der König als armer geplagter "Führer". Die Schlacht nur verloren, weil die Soldaten nicht durchgehalten haben. Das Volk nicht standhaft. Die Nebenhandlung, ein tapferer Soldat, der sich ungerecht behandelt fühlt, die treue Ehefrau, die ihn zur Pflichterfüllung ermahnt. Am Ende stirbt er tapfer den Heldentod und die stolze Frau darf das Kind allein groß ziehen, alles wird gut. 

So ein....! 

Dazu noch ein fetter historischer Fehler. Fritzes Lieblingsneffe, Prinz Friedrich Heinrich Karl von Preußen, stirbt im Film als frisch ernannter Leutnant, noch vor der letzten siegreichen Schlacht von Schweidnitz, in Berlin an den Blattern. 

Tatsächlich starb Prinz Heinrich der Jüngere erst 1767, als frisch ernannter Generalmajor.

Ein bisschen Geschichtsfälschung, sonst wäre der Führer, äh der König natürlich, am Ende ja nicht so theatralisch einsam gewesen.

Mit dem Film möchte ich mich nicht weiter beschäftigen. Der Mehrteiler fällt deshalb aus! 

Stattdessen gibt es noch eine ganz kurze Anekdote. 

Friedrich II. war und ist ja bei Juristen nicht besonders gut angesehen.

Deshalb wird ihm auch gerne die "Erfindung" der Juristenrobe angedichtet. Die stammt aber gar nicht von ihm, sondern von seinem Vater, König Friedrich Wilhelm I. 

Der mochte Juristen auch nicht besonders und erließ am 15.12.1726 die folgende Kabinettsorder: 


“Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt.”


Also nicht das 300 jährige Jubiläum im nächsten Jahr verpassen! 
Auf den o.g. Film könnt ihr dagegen ruhig verzichten.